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HUGO DITTBERNER
DIE LIEBE WEILE
PETER MARGGRAF EINE RADIERUNG

Dieses Buch wurde im Sommer 2017 auf der Linotype aus der Garamond, 12 Punkt, in Blei gesetzt und auf einem Handtiegel gedruckt.

Es wurden 24 Exemplare hergestellt, die mit 1/24 bis 24/24 numeriert sind. Darüber hinaus wurden vier Bücher gedruckt und
mit e.a. 1 bis e.a. 4 bezeichnet.

Die Bücher wurden auf 150 gr/qm Bütten der Firma Hahnemühle gedruckt, die dem Buch beigelegte Radierungen auf 300 gr/qm
Kupferdruck-Bütten.

Die Gedichte von Hugo Dittberner erscheint in einer Reihe von Erstveröffentlichungen, die in loser
Folge von Hans Georg Bulla für die San Marco Handpresse lektoriert und herausgegeben werden.

Preis: 72,00 Euro zuzüglich versicherter Versand (5,00 Euro)

 

  Peter Marggraf
Orpheus und Eurydike
Radierung
2017




Heinz Kattner hat seine Gedanken zu dem Buch aufgeschrieben


Die liebe Weile

Neue Gedichte von Hugo Dittberner

„Ein Heer von Reitern sagen die einen, von Fußvolk andere, wieder andere, von Schiffen sei das Schönste auf der schwarzen Erde, ich aber sage: das, was immer einer nur lieb hat.“
Sappho

 

Weile. Was für ein schönes Wort. Die liebe Weile. Der Titel weist auf etwas hin, was sich über einen unbegreiflich dehnbar kurzen Zeitraum sagen lässt. So leichthin. Und doch ahnt man die Tiefe, die hier mitformuliert ist. Und schreibt man es anders, wird es ein Ruf, eine sanfte Aufforderung, eine Bitte: Die Liebe weile.
Sie kommen nahe heran. Und sie berühren. Die überwiegend von Abschied und Trauer bestimmten Gedichte Hugo Dittberners legen kostbare Erinnerungsszenen vor die Augen. Folgt man den Motiven, dann ist es immer beides: Dieser besondere Moment der Dauer eines Blickes, einer Geste, einer unverwechselbaren Eigenart. Und zugleich das Gewicht dieser Erscheinung, seine Bedeutung über das Motiv hinaus.
Diese auf sachte Art angedeutete Biografie ist nie Einblick oder Überblick, sondern eine fühlbare Form der Erkenntnis, in der dichte Empfindungen gebunden sind. Zugleich eine Widmung des gemeinsam Erlebten.
"Das Horchen der Herzgegend“, ein Vers aus einem früheren Gedicht Dittberners, bestimmt den Ort und die Art und Weise der poetischen Wahrnehmung. Was einen Menschen zittern lässt, kann entfernt betrachtet aussehen wie ein alltäglicher Ablauf.
„Es gibt Ferien Noch immer / lichtet sich hinter dem Tag / eine neue Zeit die Weile / Aufatmen Für mich allein Sie / drehte sich noch einmal um / für den lange gestorbenen Bäcker / seine Brötchen jedenfalls Das war / vom Besten unseres Lebens oder?“ (Es gibt keine letzte Gewissheit)
Wieviel „Herzhorchen“ ist nötig, um zu dieser kunstvollen Einfachheit in der Sprache zu finden, die Dittberners Gedichte atmen lassen? Eine sorgfältige und bedachtsame Haltung. Keine aufgeregte und auf spektakuläre Wirkung ausgerichtete Sprache. Diese Sichtweise steht  im Widerspruch zu gegenwärtigen Tendenzen der Lebensgestaltung und deren ebenso exaltierter Sprachgeste. Nichts ist aufgetragen, sondern die Worte tasten sich unaufdringlich heran und erproben den Zusammenklang der täglichen Dinge und Undinge: getragen von den Wogen der Erinnerung.
„Frostig hingebaut / das Dorf ohne Schneekleid schon / oder noch fragt sich / Gespräch im Auto / das durch die Winternacht rollt / wer wann überholt / Aus dem sanften Ton / ihrer Stimme in der Not / sinkt eine Flocke.“ (Fortsetzung)
Dichterkollegen schrieben über frühere Gedichte des Autors: "Diese Verse kommen leise daher, haben mit Demut zu tun, mit Liebe, sind ansteckend wie ein gutes Wort." (Georg Oswald Cott) Und: „Dittberner (vermag) poetische Stimmungen einzufangen ... in einer genauen, sinnlich schwingenden, in ihrer Behutsamkeit durchaus unmodischen Sprache." (Michael Buselmeier)
Der Autor selbst hat die Richtung seiner Poesie so beschrieben: „…einen Lebensort des Gedichts zwischen dir und mir erreichen, „stiften“, sage ich mit dem alten pathetischen Wort manchmal“.
Hugo Dittberner hat diesen feinen Pinselstrich in den Worten, in den beeindruckend klaren Versen. Niemals wird ein Bild zum Plakat, eine Vermutung zur lauten Gewissheit. Der Duktus der Sammlung ist eine bestimmte Gelassenheit, wie sie wohl nur durch die Aufhebung von Abschied und Erinnerung ins poetische Sprechen möglich ist.
Eine wunderbare Poesie von „zarter Genauigkeit“. Wie im Titelgedicht, das viel mehr als die Hälfte des Lebens umfasst:
„Kleiner geworden / seh ich die Wipfel ihr Grün / Die einst uns zur Welt brachten / zu Dorf und Weg und Sommer / Die Jahre wurden erwachsen / Sie wurde krank / nun kommt ein Grabstein / Mein Mal unter Bäumen / Wie langsam geh ich hin / Verweile und hab die Weile lieb.“ (Vor und nach dem letzten Sommer)
Dieser bibliophil gestaltete großformatige Band, in Blei gesetzt, ist in der San Marco Handpresse von Peter Marggraf erschienen. Es handelt sich um eine Folge von siebzehn Gedichten, die durch Ton und Gestus aufeinander bezogen sind.
Herausgegeben und lektoriert von Hans Georg Bulla. Der limitierte und signierte Band ist mit einem Frontispiz versehen; in der beigelegten Radierung greift Peter Marggraf auf den Mythos von Orpheus und Eurydike zurück und zeigt in seiner typischen, auf Linien und Umrisse reduzierten Bildsprache ein hintereinander schreitendes Paar.


 

 

Hugo Dittberner Biografisches  

Gedichte von Hugo Dittberner finden Sie auch in der Anthologie Seit ein Gespräch wir sind 

Hugo Dittberner Zwei Gedichte 

 

 

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